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Tansania - das neue Land in meinem Herzen

von Tanja Gockel

Ich möchte euch gerne schreiben was Tansania schon jetzt für mich zu einem Land macht, dass für immer einen Platz in meinem Herzen haben wird:


... das Wetter!

Ich liebe einfach die Sonne hier. Mir macht es nicht so viel aus den ganzen Tag zu schwitzen, Hauptsache ich sehe einen blauen Himmel und kleine Schäfchen-Wolken über mir. Da ich ja jetzt schon seit einer Woche in Dodoma bin, hat sich die Wetterlage schon ein wenig verändert. Im Vergleich zu dem Sauna-ähnlichen Dar es Salaam ist es hier wie im Deutschen Sommer. Tagsüber schön und Abends kühlt es sich angenehm ab, was man in Dar es Salaam nicht erwarten darf. Zur Freude der Tansaner regnet es hier auch dann und wann. Und wenn dann aber auch richtig. Es ist unheimlich gemütlich bei einer Tasse Tee im Wohnzimmer zu sitzen und dem Wolkenbruch zuzuschauen und das Wunder zu erleben, dass nach ein paar Minuten der ganze Spuk wieder ein Ende hat.

... das Essen, besonders die Früchte!!

Ich brauche euch wahrscheinlich nicht zu schreiben wie wunderbar hier die Mangos, Ananas... sind. Und immer noch bin ich damit beschäftigt herauszufinden, welche typischen tansanischen Speisen ich noch nicht probiert habe. Bis jetzt ist alles einfach super lecker und ich hab die böse Befürchtung, dass ich schon jetzt ein paar Pfund mehr auf den Rippen habe. Bestimmt werde ich versuchen ein paar Gerichte für euch in Deutschland nachzukochen..

 

... die meist unglaublich netten und vor allem höflichen Menschen.

Nachdem ich nun die üblichen Postkarten-Themen abgehandelt habe, möchte ich auch ein paar Worte über die Tansaner verlieren. Leider bewege ich mich ja immer noch meist in Jesuiten Kreisen („leider“ nicht weil die so schlimm sind, sondern weil ich gern noch mehr Einheimische kennen lernen würde!), aber egal wo ich auch immer hin gekommen ich werde immer mit einem großen KARIBU (Willkommen) empfangen. Man wird nicht gefragt warum man kommt oder wie lange man bleiben will, das einzige was zählt ist, dass man da ist.

So ging es mir auch in dem Projekt in Dodoma, in dem ich jetzt arbeite. Es ist ein kleines Waisenhaus für behinderte Kinder. Ich musste mich nicht groß vorstellen, und natürlich wusste vorher keiner, dass ich kommen werde. Aber ich war dann einfach da und hab mitgeholfen. Das heißt mit den Kindern gespielt. Diese Kinder sind einfach unglaublich. Meist spielen wir draußen oder die, die sehr stark behindert sind bekommen von mir ein paar Streicheleinheiten. Dann geht es aber ab in die Schule, was bedeutet, dass alle eine kleine Uniform angezogen bekommen und auf drei Räume verteilt werden. Ich bleibe meist bei den Starkbehinderten, weil man dort keine Sprache braucht. Und wenn sie mich nicht gerade beißen, weil sie beleidigt sind, habe wir ne Menge Spass. Dann und wann gehe ich auch noch ein wenig zu den anderen und bringe ihnen das Zählen oder so bei. Ja, das kann ich auch schon in Kisuaheli! Aber dann sind auch alle müde und bekommen ihr wohl verdientes Mittagessen. Ich erzähl euch mehr von diesem und den anderen wunderbaren Projekten in Dodoma, wenn ich wieder da bin!!

und zum Schluss...

... meine Kommunität in Dodoma. Ich lebe jetzt mit zwei Engländern und einer Deutschen zusammen, die mir alle viel helfen und mir den Start in Dodoma wirklich leicht gemacht haben. Meist haben wir viel Spass und Ruhen uns am liebsten am Abend bei einer unglaublich schlechten mexikanischen Serie aus.
Natürlich gibt es noch viel viel mehr zu erzählen, aber ich will euch nicht mit meiner Mail erschlagen. Es gibt natürlich auch Dinge die ich überhaupt gar nicht mag, wie zum Beispiel die Mücken. Ich hasse sie einfach und über Autan lachen die sich natürlich nur kaputt.


Meine Lieben zu Hause, ich hab euch ein bisschen angelogen, denn im Moment bin ich gar nicht in Dodoma, sondern für einen kurzen Besuch in Dar es Salaam. Mir ist eine Füllung aus dem Zahn gefallen, so dass ich in den Genuß eines Tansanischen Krankenhausaufenthalts gekommen bin. Keine Sorge hier geht man für jedes bisschen ins Krankenhaus. Jetzt hab ich eine wunderschöne afrikanische Füllung und Bärenhunger, weil ich wegen der Narkose lange nichts gegessen habe. Also werde ich mal sehen, was Mama Ester heute leckeres gekocht hat bevor ich in ein Heim für Straßenkinder fahre.
Ich grüße euch alle ganz ganz herzlich und hoffe, dass es euch allen gut geht!!

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