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"Ankunft in einer völlig anderen Welt – Zimbabwe"

- Kinder aus dem Kinderheim zusammen mit einer Ordensschwester
von Meike Bertling und Pia Dabbelt
So, nun sind wir schon einige Zeit wieder in ,,Good old Germany“. Drei Monate haben wir in Simbabwe gelebt, genauer gesagt in St. Pauls Musami, eine Mission, die ungefähr 70 km von der Hauptstadt Harare entfernt liegt. Am 25. Juni 2006 kamen wir am Flughafen in Harare an, wo wir gleich sehr herzlich von Frater Jonathan empfangen wurden.
Als wir in der Mission ankamen, wurde uns einmal mehr bewusst, dass wir in einer völlig anderen Welt angekommen sind, da uns die Kinder natürlich erstmal von Kopf bis Fuß unter die Lupe genommen haben. Zunächst haben wir die Mission erkundet und natürlich brauchten wir auch unsere Zeit, um uns einzuleben. Denn eines stand sofort fest: Das Leben, das wir dort für die nächsten drei Monate führen werden, würde sich nicht im Geringsten mit unserem Leben in Deutschland vergleichen lassen.
Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit sind wir dann zum ersten Mal in die Primary-School gegangen, wo wir ebenfalls sehr herzlich empfangen wurden, sowohl von den Lehrern als auch von den Kindern. Wir hatten uns entschieden, mit den tauben und geistig behinderten Kindern zusammenzuarbeiten.
"Damit jeder weiß, dass ihr zu uns gehört.“

- Blick in den Kindergarten des Projekts
Morgens gingen wir von nun an jeden Tag in unsere Klasse. Wir haben Mr. James, den Lehrer, sowohl beim Unterrichten unterstützt als auch mit den Kindern gespielt. Wir haben einige Spiele aus Deutschland mitgebracht, worüber die Kinder sich sehr gefreut haben. Nachmittags sind wir regelmäßig in das Arrupe Centre gegangen, um mit ihnen Fußball, Volleyball oder andere Spiele zu spielen.
Die Kinder haben uns viele ihrer afrikanischen Spiele beigebracht und es war schön zu erfahren, dass die Beziehung zwischen ihnen und uns immer enger wurde. Auch die anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten waren schon bald kein Thema mehr. Am Anfang haben wir oft gemeinsam mit den Kindern darüber gelacht, wenn wir mal wieder versuchten, uns mit Händen und Füßen zu verständigen.
Ein besonders schönes Erlebnis mit unseren Kindern aus dem Arrupe-Centre war die Fahrt zu einem Sportwettkampf. Schon die Fahrt in das ca. 100 km entfernte Murewa war ein Abenteuer, denn die Busse in Afrika sind nun wirklich nicht zu vergleichen mit den Bussen in Deutschland. Besonders schön war für uns an diesem Tag, dass unsere Kinder uns einen Trainingsanzug mit dem Schullogo schenkten und sagten: "Damit jeder weiß, dass ihr zu uns gehört." Wir haben mit unseren Kindern gegessen, geschlafen und jedem Wettkampf entgegengefiebert. Am Ende haben wir sogar gewonnen.
Wenn wir mal nicht bei unseren Kindern im Arrupe-Centre waren, sind wir regelmäßig in die Dining Hall gegangen, um beim Abwasch zu helfen. Da dort jeden Tag ungefähr 800 Schüler der High-School essen, gab es immer viel zu tun. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht, da die Küchenfrauen total offen und freundlich waren und man sich nett mit den Schülern unterhalten konnte.
Oft haben wir auch sonntags Pater Karl zu seinen Gottesdiensten in den Außenstationen begleitet. Wir sind immer warmherzig und fröhlich empfangen worden. Oft haben die Menschen für uns getanzt und gesungen. Wir haben diese Gottesdienste immer sehr genossen, da sie in keinem Vergleich zu denen in Deutschland stehen.
,,Wir waren mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Afrika!“

- Meike (links) und Pia (rechts)
Allerdings waren nicht alle Erlebnisse in Simbabwe immer positiv: Einmal haben wir z.B. einen Krankenpfleger zu Aidspatienten begleitet, um Medikamente zu verteilen. Es war schon erschreckend zu erkennen, wie viele Menschen in Simbabwe tatsächlich HIV-positiv sind. Doch auch das war eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten.
Im August waren unsere Kinder leider in den Ferien. Doch auch diese Zeit haben wir genutzt, um das Land ein wenig zu entdecken. Gemeinsam mit Karl und seinem Großneffen Jascha haben wir uns auf den Weg gemacht und sowohl den Karibasee und die Victoria-Fälle als auch den Hwange-Nationalpark erkundet.
Kurz nachdem wir wieder daheim waren, hatten wir das Glück, bei einer Bischofsweihe in Chinhoyi teilzunehmen, was ebenfalls eine tolle Erfahrung war.
Doch obwohl wir die Zeit ohne die Kinder auch gut genutzt haben, waren wir überglücklich, als sie am 5. September endlich aus den Ferien wiederkamen. Da wir wussten, dass uns nicht mehr viel Zeit gemeinsam bleibt, haben wir jeden Tag noch intensiver gelebt und genutzt.
Doch dann kam der 20. September, der Tag an dem unsere Zeit in Simbabwe vorbei sein sollte. Die Kinder haben uns zum Abschied Bilder gemalt und Briefe geschrieben. Man konnte sehen, dass sie sehr traurig waren, aber noch trauriger waren wohl wir. Drei Monate voller Höhen und Tiefen waren nun zu Ende, drei Monate in denen man sich an die Menschen dort, besonders an die Kinder gewöhnt hat.
Abschließend können wir sagen, dass die Zeit in Afrika uns eine ordentliche Portion an Lebenserfahrung gebracht und uns gelehrt hat, viele Dinge hier in Deutschland mehr zu schätzen.





