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"Das lachende Gesicht war es wert"
von Friederike Schubert
Man beendet seine schulische Laufbahn mit dem Abitur und strebt nach mehr. Will die Welt sehen, neue Kulturen kennen lernen und nebenbei auch noch Gutes tun. Manche nennen jugendlichen Leichtsinn, andere Weltverbesserungsdrang und wieder andere mutig. Zu Beginn meiner Zeit hätte ich wohl alle drei Einschätzungen entschieden abgewiesen, doch jetzt, nachdem ich wieder deutschen Boden unter den Füßen habe, muss ich leider zugeben, dass zu mindestens ein Fünkchen Wahrheit in jedem der drei Aspekte steckt.
Die Makumbi Mission bietet zwar die ideale Basis für ein aus- und auch erfülltes Jahr in komplett anderer Kultur, aber auch etliche Hürden, die es in der Zeit zu bewältigen gilt.
Die Arbeit erfüllte mich von Anfang an
Ich begann meinen Einsatz im September 2005. Die Arbeit im missionseigenen Kinderheim in dem zur Zeit knapp 90 Kinder im Alter von zwei Monaten bis 19 Jahren in 8 Familienhäusern untergebracht sind, hat mich von Anfang an erfüllt. Vorschule, Spielen am Nachmittag und abendliche Nachhilfestunden boten ein abwechslungsreiches Programm und gaben mir das Gefühl wirklich gebraucht zu werden. Die Kinder waren aufgeschlossen und dankbar über meine Anwesenheit, Streicheleinheiten und Hilfe sein zu können gaben mir damit eine sehr gute Basis für die gesamte Dauer meines Aufenthaltes. Des weiteren bietet die Mission für jeden Besucher einen guten Rahmen sich frei bewegen zu können, Ansprechpartner für große und kleine Probleme und einen guten Einstieg in die Kultur der Shona, da sie als eine Art Bindeglied zwischen der ländlichen Umgebung und der Großstadt Harare bietet.
Doch wenn man glaubt, solche Erfahrungen würden einem ohne weitere Probleme auf einem Silbertablett präsentiert werden, der irrt. Mehr oder weniger direkt lernt man die Vor- und Nachteile von Kulturaustausch und Völkerverständigung kennen, sich selber zu hinterfragen und den nötigen Abstand zu Situationen zu finden.
Auf der anderen Seite passiert es einem auch, dass aus Fremden neue Familie wird, man innerlich reift und Naivität verliert, Freundschaften entstehen und man sich in der Fremde plötzlich zu Hause fühlt.
Die Erfahrung brachte mich essentiellen Dinger wieder näher
Wider aller politischen und wirtschaftlichen Problemen (Zimbabwe ist seit seiner Unabhängigkeit 1980 eine Diktatur und hat mit nunmehr über 1000 % Inflation wirklich enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bekämpfen) ist Simbabwe ein wunderschönes Land mit netten, aufgeschlossenen Menschen, die einem trotz aller Unterschiede über kurz oder lang sehr ans Herz wachsen.
Resümierend kann ich nur sagen: Es war eine nicht immer einfache Erfahrung, die mich den essentiellen Dingen wieder ein Stück näher gebracht hat, die mich lehrte, was es heißt einsam, aber nie allein zu sein und die ich trotz allem auf keinen Fall missen möchte.
Ob ich diese Erfahrung empfehlen würde? Ja denn in dieser Zeit kommt es nur zweitrangig auf mich persönlich an. Das erste ist die Arbeit mit den Waisenkindern und jedes kleine lachende Gesicht war all die Widrigkeiten wert.








