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16.09.09

Wir trauern um Padre Gunter Kroemer

Padre Gunter Kroemer

Für den Schutz der Amazonas-Indianer kämpfte Padre Kroemer

Der Amazonas war für ihn auch ein Ort der Gottesbegegnung

Mit großer Trauer hat die Jesuitenmission vom Tod des Indianermissionars Padre Gunter Kroemer erfahren. Er starb am 15. Juli nachts um 23.45 Uhr in einem Krankenhaus in Rio Grande do Sul an multiplem Organversagen als Folge einer ungeklärten Lungeninfektion. Vertraute des Missionars gehen von einer bakteriellen Erkrankung aus, die sich Padre Kroemer während seiner Urwaldaufenthalte zugezogen haben könnte.

 

Ein Anwalt für die Rechte der Amazonas-Indianer

Mehr als 30 Jahre lang hat Padre Kroemer für CIMI, den Indianermissionsrat der Brasilianischen Bischofskonferenz, gearbeitet. Dank seines unermüdlichen Einsatzes genießt die katholische Kirche bei vielen eingeborenen Völkern Brasiliens heute großes Vertrauen. Sie fanden in ihm einen Anwalt, der ihrem Recht auf ein Leben in Würde eine Stimme verlieh. Im Dienst des Indianermissionsrates (CIMI) kämpfte Kroemer unermüdlich für den Erhalt ihres Lebensraumes und für eine Anerkennung der Rechte der indigenen Völker gegen Holzfällerfirmen, Großgrundbesitzer und andere Eindringlinge. Über 30 Jahre lang stellte er selbst Erstkontakte zu verschiedenen indigenen Völkern her.

 

Leidenschaft und Begeisterung für seine Arbeit

Mit welcher Leidenschaft er für diese Ziele kämpfte, ist in einem Bericht nachzulesen, den Padre Kroemer vor knapp einem Jahr für unser Magazin weltweit geschrieben hat. Seit Beginn seiner Arbeit in Brasilien konnten wir ihn Dank vieler Spenden immer wieder unterstützen und er war bei seinen Deutschlandaufenthalten gerne zu Besuch bei uns in der Jesuitenmission in Nürnberg. Ihm lag sehr daran, die Anliegen der Amazonas-Indianer auch hier bekannt zu machen und war begeistert, als unsere Jugendinitiative werkstatt-weltweit die Sammelaktion „Her mit dem Handy!“ zugunsten seiner Arbeit im brasilianischen Urwald startete.

 

Mitbegründer von CIMI

Kroemer wurde 1939 in Breslau geboren und lernte über die Jesuiten 1965 Dom Helder Camara in Recife kennen. Diese Begegnung prägte ihn so stark, dass er in den Mato Grosso zog und dort im November 1967 zum Priester geweiht wurde. 1972 gehörte er zu den Mitbegründern des brasilianischen Indianermissionsrates (CIMI). Heute sind über 400 Missionare im Dienst dieses Instituts, das sich für die 180 indigenen Völker im Amazonasgebiet einsetzt. Hinweise:

 

Hier finden Sie ein Video-Interview von Christian Ender mit Padre Kroemer. Christian Ender hat Padre Kroemer auf einigen seiner Urwald-Expeditionen begleitet und eine Fotowanderausstellung über seine Arbeit gestaltet. -> zum Interview