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Salsa y Café - Vier Wochen in Venezuela
Ziel der Reise war es, nicht nur das Land entdecken, sondern vor allem die Kultur und die Menschen mit ihren alltäglichen Herausforderungen, Problemen und Freuden intensiv kennenzulernen. Das Programm dieser Reise war genauso abwechslungs- und kontrastreich wie die Lebensverhältnisse in diesem Land. Landschaften von atemberaubender Schönheit, Slums in den Großstädten, hochindustrialisierte Gebiete und ärmliche Dörfer, Kaffee, Salsa, Maismehlfladen und pulsierendes Leben.
Caracas: Blechdächer und Konsumtempel
Die Reise begann in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Dort leben rund 6 Millionen Menschen, zwei Drittel davon in den "Barrios", den Armenvierteln, die keine offizielle Anschrift haben und auf keinem Stadtplan verzeichnet sind. Beim Rundgang durch ein "Barrio" bekam man einen Eindruck, was es heißt, in kleinen Hütten mit Dächern aus Wellblech zu leben, ohne Wasser- und Abwasserversorgung und ohne Müllabfuhr. Die Armut der Menschen machte uns sehr betroffen, vor allem deswegen, weil Venezuela aufgrund seiner Erdölvorräte zu einem der reichsten Länder Südamerikas gehört und eigentlich genügend Geld hätte, Elend zu verhindern.
Anschließend verbrachten wir einige Tage zusammen mit venezolanischen Jugendlichen von der Jugendbewegung "Huellas" in einem "campamento", einer Art "workcamp". Wir waren begeistert und überrascht von der offenen Art der jungen Venezolaner, mit der wir empfangen wurden. Vormittags arbeiteten wir zusammen auf Mais- oder Bananenfeldern. Nachmittags gab es Lerneinheiten zum Glauben und anschließend "Missionsarbeit" im Dorf - wir sprachen mit den Familien, und luden die Kinder und Jugendlichen zu verschiedenen Aktivitäten ein.
Exposure im Kaffeefeld
Um einen Eindruck davon zu bekommen, was es bedeutet, als venezolanischer Kaffeebauer Kaffee zu produzieren, teilten wir allein oder in einer Kleingruppe eine Woche lang das Leben und Arbeiten mit einer Familie. Diese Erfahrung hat uns am meisten geprägt. Einfache Lehmhütten, keine Sanitäranlagen und kein Strom und jeden Tag "Arepas" (Maismehlfladen) mit Bohnen – das war für uns und unseren deutschen Lebensstil eine starke Umstellung, die trotz der tollen Gastfreundschaft der Familien erst einmal gewöhnungsbedürftig war. Wir arbeiteten tagsüber auf den Kaffeeplantagen mit und saßen abends mit den Familien bei Kerzenschein zusammen.
Zum Abschluss verbrachten wir noch einige Tage in Choroni am Meer, um unsere Erfahrungen, vor allem die bei den Kaffeebauernfamilien, intensiv zu reflektieren.
Jeder einzelne der Mitreisenden konnte seine ganz eigenen Erfahrungen mit diesem Land, den Menschen und den Lebensverhältnissen machen und verinnerlichen. Einen kleinen Ausschnitt der Erlebnisse hat die Gruppe in einem Bildkalender eingearbeitet. Dieser kann über die werkstatt-weltweit (gegen eine Spende) bestellt werden.





